Strandkekse

So, nachdem die letzten Rezepte alle eher ein bisschen einfacher und schneller zu machen waren, kommt jetzt mal wieder etwas Aufwändigeres, eher was für „aaahh“s und „ooohh“s.

Seit 3 Jahren will ich diese Kekse jetzt machen. Ich habe sie damals auf facebook entdeckt und sie danach nicht mehr aus dem Kopf bekommen. Wie süß, ein Strand AUF einem Keks!! Verrückt!

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Ich habe mich also auf die Suche nach den passenden kleinen Fondant-Formen für die Muscheln und Krebse gemacht. Ich musste aber leider schnell feststellen, dass so was extrem schwer zu finden ist. Formen für Muscheln gibt es zwar wie Sand am Meer (haha), aber die Muscheln, die man damit herstellen kann, sind sehr groß und für mein Keksprojekt damit komplett unbrauchbar. Als ich auf der Seite, auf der ich die Kekse ursprünglich gefunden hatte, noch mal genauer nachgeforscht habe, habe ich dann auch den Zusatz gefunden, dass dieses Unternehmen seine Fondant-Formen selbst herstellt/herstellen lässt. Müüüh!

Das hat meinem Projekt dann leider erst mal einen ordentlichen Dämpfer verpasst, das Ganze wurde erstmal wieder auf Eis gelegt. Irgendwann bin ich bei youtube dann aber zufällig über ein Video gestolpert, in der jemand mit Silikon (für Nahrungsmittel geeignet) ihre eigenen Formen gebastelt hat. Und das gab es sogar bei amazon! Sofort bestellt, mit selbstgesammelten Muscheln ausprobiert – klappt perfekt! Wie genau das funktioniert zeige ich euch hier.

Nachdem ich auch noch einige andere, geeignete Dekorationen für die Kekse gefunden und gebastelt habe (siehe auch hier), konnte es mit meinen Beach Cookies endlich losgehen.

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Dieses Projekt ist, zugegeben, eher was für Back-Fans, die auch schon eine gewisse Ausstattung an amerikanischem Backzubehör besitzen. Am besten klappt es mit den Keksen, wenn man das Ganze über drei Tage aufteilt. Am ersten Tag werden die Kekse gebacken, am zweiten Tag die Kekse mit der ersten Schicht Royal Icing versehen und die Fondant-Verzierungen werden hergestellt, am dritten Tag kommen noch die letzten Details mit Royal Icing (Sand, Gischt) und die Fondant-Figürchen werden auf die Kekse gesetzt.

Da die Rezepte, die ich als Grundlage genommen habe (Kekse, Royal Icing), für deutlich größere Mengen ausgelegt sind, sind bei meinem Rezept leider ein paar merkwürdig krumme Mengenangaben dabei. Vielleicht traut ihr euch gleich an die großen Mengen ran. Bedenkt bitte nur: die Verzierungen sind zum Teil Fitzelarbeit und sehr zeitaufwändig. Viele Kekse bedeuten also auch viiiieeeel Arbeit.

Da mir bei rohen Eiern ja immer ein bisschen unwohl ist, verwende ich für Royal Icing immer Meringue Powder, also Trockeneiweiß mit Zucker. Da ist natürlich dafür ein bisschen Chemie drin, aber da ich Royal Icing sowieso extrem selten verwende, vernachlässige ich das hier. Man findet im Netz aber auch massig Rezepte für Royal Icing mit frischem Eiweiß.

Zubereitungszeit: ca. 5 Stunden (35 Min. Backzeit)
Menge: ca. 18 Kekse bei rundem Ausstecher mit 6,5 cm Ø

Zutaten:

Cookies
  • 125 g weiche Butter
  • 3/4 Cup Puderzucker
  • 1/2 Ei
  • 1 1/4 – 1 1/2 Cups Mehl
  • 1 TL Aroma (z.B. Bittermandelextrakt, Vanilleextrakt oder Zitronensaft)
  • 1 TL Backpulver
  • 1/2 TL feines Meersalz
Royal Icing
  • 300 g Puderzucker
  • 1,7 TL Meringue Powder
  • 1 – 1,5 TL Aroma (Zitronensaft, Vanille etc. Achtung: darf kein Öl enthalten!)
  • 1/4 Cup warmes Wasser
  • Lebensmittelfarbpaste in Blau, Gelb, Rot und Grün (z.B. von Dekoback)
Dekoration

Fondant  in weiß (z.B. Massa Ticino)

Bäckerstärke

Kekse:

Backofen auf 200° C  vorheizen.

Butter mit dem Puderzucker in der Küchenmaschine („Paddel“-aufsatz, sonst Knethaken) cremig rühren. Das Ei in eine kleine Schüssel aufschlagen und das Aroma dazu geben, etwas verrühren. Ei und Aroma zu der Buttermischung geben und so lange verrühren, bis das Ei gut untergemischt ist. Mehl, Backpulver und Salz zusammen in eine Schüssel sieben. Küchenmaschine auf mittlerer Stufe rühren lassen und Mehlmischung nach und nach dazu geben. Solange weiter rühren lassen, bis der größte Teil des Teiges am Knethaken hängt. Der Teig sollte weich sein, aber bei Berührung nicht an den Fingern kleben. Fertigen Teig 2 Minuten ruhen lassen (muss nicht im Kühlschrank sein).

Auf einer bemehlten Arbeitsfläche oder bemehlten Backmatte den Teig ca. 0,5 cm dick ausrollen. Kekse ausstechen (z.bB. mit rundem Ausstecher, 6,5 cm), auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und auf der mittleren Schiene 7-8 Minuten backen (sollten nicht braun werden). Auf einem Kuchenrost gut abkühlen lassen.

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Royal Icing:

Puderzucker und Meringue Pulver in die Schüssel eine Küchenmaschine sieben (wieder mit ´“Paddle-Attachment, das unbedingt fettfrei sein muss – Alternativ Rührhaken). Aroma in die Hälfte des Wassers geben. Küchenmaschine auf unterster Stufe rühren lassen und Wasser nach und nach zu der Puderzuckermischung geben. So viel Wasser dazu geben, bis eine dickflüssige Konsistenz (ungefähr wie Honig) erreicht ist. Dann die Küchenmaschine auf mittlere Stufe stellen und die Masse 2-4 Minuten dick und cremig rühren. Die Meringue-Masse ist fertig, wenn sie weiß glänzt, ziemlich fest ist und ihre Form hält.

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Ca. 3/6 der Masse in eine mittelgroße Schüssel füllen, 2/6 in eine weitere Schüssel und 1/3 in eine Tasse geben.

Den größten Teil des Royal Icings mit Pastenfarben beige einfärben. Dazu etwas Rot, Grün und gelb mischen und vorsichtig nach und nach zu der weißen Baisermasse geben und verrühren.

Blaue Pastenfarbe (Achtung, nicht zu viel) in die zweite Schüssel geben und verrühren.

Das restliche Royal Icing in der Tasse bleibt weiss. Frischhaltefolie direkt leicht auf die Oberfläche drücken (verhindert Austrocknen) und im Kühlschrank bis zum nächsten Tag aufbewahren.

Beigefarbenes und Blaues Royal Icing mit Wasser vorsichtig so lange verdünnen, bis die Massen dickflüssig sind. Die Konsistenz sollte ähnlich sein wie die von Shampoo. Hier muss man sehr vorsichtig sein, da zu flüssiges Royal Icing nie wirklich trocknet und Blasen wirft. Deshalb lieber nur nach und nach ganz kleine Mengen Wasser dazu geben.

Wenn das Royal Icing die richtige Konsistenz erreicht hat, beide Farben in Spritzbeutel mit einer Tülle 2 (Wilton) füllen. Mit dem beigefarbenen Icing bei ca. 2/3 des Kekses eine wellige Linie zeichnen und um runden Rand des Kekses zu Ende führen. Die umrandete Fläche dazwischen mit dem Icing ausfüllen. Den Rest des beigefarbenen Icings in den Kühlschrank stellen (vorher wie beim weißen Icing Frischhaltefolie leicht andrücken).

Sofort das Gleiche mit dem blauen Icing auf der übrigen Fläche des Kekses wiederholen:

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Den Kekse vorsichtig ein bisschen schütteln, damit sich das Icing ein bisschen verteilt und glättet. Auf einen Kuchenrost legen.

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Die Kekse nun 8 – 12 Stunden trocknen lassen, am besten über Nacht.

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In der Zwischenzeit die Fondant-Verzierungen herstellen (siehe hier). Ich habe dafür Fondant entweder mit ein bisschen Lebensmittelfarbe eingefärbt (Seestern, Hummer) bzw. braun-weiß marmorierten Fondant benutzt, bei dem ich den braunen Teil mit Kakao eingefärbt habe.

Fondant-Deko ebenfalls mindestens 4 Stunden trocknen lassen.

Wenn die Oberfläche der Kekse vollständig getrocknet ist.

Einen unbenutzten, flachen Pinsel mit Wasser gut reinigen und abtrocknen. Restliches braunes Icing aus dem Kühlschrank holen und mit dem Pinsel vorsichtig „Sand“ auf die trockene beigefarbene Fläche tupfen. Trocknen lassen, Pinsel auswaschen.

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Dann das weiße Icing aus dem Kühlschrank nehmen und in einem Spritzbeutel mit einer 2er Tülle geben. Eine Linie aus  Tupfen auf den Übergang zwischen beigefarbenem und blauem Icing aufspritzen und mit dem feuchten Pinsel in Richtung des blauen Icings ziehen:

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Bei Keksen, die einen größeren Anteil an blauem icing haben, kann man auch weiter hinten noch eine zweite Linie aus Icing zeichnen. Ebenfalls trocknen lassen.

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Am Ende die Fondant-Dekorationen mit etwas Zuckerkleber auf dem Keks anbringen und kurz trocknen lassen.

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